Auszeichnungen

AVICOM

Audio-visual International Committee of the Museums for the New Technologies of the Image and the Sound „Prix spécial Web d’Art d’or 2004“

Österreichischer Staatspreis

2003 wurde FOX medialab & design für das “Virtuelle Museum Karlsruher Türkenbeute” in der Kategorie
“Kultur und e-Entertainment” als “bestes Produkt 2003” ausgezeichnet.

Venus, 3. Platz

Wie prangert man Propaganda im ORF im ORF glaubhaft an?
4 Minuten und 32 Sekunden – ein Standbild. Unterlegt mit Alltagsgeräuschen. Glucks. Khrrrk. Dingdong. Eu. So Nicht.

Zadoing. Für die unkonventionelle Belangsendung erhielt die FOX 1995 vom CCA die Venus in Bronce.

Gold für FOX medialab & design

AVICOM vergibt den „Prix spécial Web Art“ an die österreichische Agentur FOX medialab für das virtuelle Museum „Karlsruher Türkenbeute“

Das virtuelle Museum „Karlsruher Türkenbeute“ www.tuerkenbeute.de ist mehr als ein virtuelles Museum:
Es ist der Prototyp für ein „Virtuelles Museum“, das sich von der realen Architektur und Struktur eines Museums verabschiedet und ein eigenständiges Informationsgebäude im virtuellen Raum bildet.

Dass FOX medialab mit diesem Prototyp ein Projekt geschaffen hat, das weltweit einzigartig ist, hat  die wichtigste internationale Museumsorganisation für die Nutzung audiovisueller Medien und Technologien in Museen, AVICOM, mit dem „Prix spécial Web Art“ bestätigt:
Anlässlich des von AVICOM (Audio-visual International Committee of the Museums for the New Technologies of the Image and the Sound) veranstalteten “Festival Audiovisuel International Musées & Patrimoine” (F@imp) in Taiwan, bei dem die weltweit besten Projekte in diesem Bereich prämiert werden, erhielt FOX medialab für das virtuelle Museum “Karlsruher Türkenbeute” den ersten Preis in der Kategorie “Expositions virtuelles”.
AVICOM wurde 1991 als ein internationales Komitee von ICOM (International Counsil of Museums) ins Leben gerufen. ICOM selbst hat 17.000 Mitglieder in 140 Ländern und ist eine internationale Organisation von Museen und deren wissenschaftlichen Mitarbeitern, die sich der Bewahrung von Kunst und Kultur und der Vermittlung unserer Kulturschätze an die Gesellschaft verschrieben haben.

Mit dem Preis erhält FOX medialab für das Projekt „Karlsruher Türkenbeute“ nach dem österreichischen multimedia- & e-business Staatspreis 2003, Kategorie “Kultur und e-Entertainment”, bereits die zweite Auszeichnung.

Das virtuelle Museum “Karsruher Türkenbeute” – ein “Museum ohne Wände”

Die Sammlung der „Karlsruher Türkenbeute“, die Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden aus den Türkenkriegen 1683-1691 mitgebracht hatte, ist “real” im Karlsruher Schloss beheimatet.
In Kooperation mit dem ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) und dem Badischen Landesmuseum hat FOX medialab in eineinhalb Jahren Arbeit ein virtuelles Präsentationsgebäude geschaffen, das die Möglichkeiten des Internet im Sinne musealer Archivierung und Wissensvermittlung auf eine Art und Weise nutzt wie kein anderes Projekt. Vor allem in seiner Komplexität ist der Prototyp des Virtuellen Museums international einmalig:

Einzigartige Bildtechnologie. Um die wichtigsten Schätze der Sammlung der “Karlsruher Türkenbeute” anschaulich und angreifbar im virtuellen Museum zu vermitteln, hat FOX medialab eigens aufwändige Bildaufnahme-Technologien entwickelt. Digitale Kameras und computergesteuerte Automatisierungsabläufe kamen in einem Umfang und mit einer Komplexität zum Einsatz wie nirgendwo zuvor in diesem Bereich. So wurden die wichtigsten Exponate der Sammlung mit verschiedenen Bildaufnahme-Technologien fotografiert, um sie interaktiv zugänglich zu machen.
Das Ergebnis sind fotobasierte 3D-Animationen: die UserInnen können die Objekte drehen, von allen Seiten betrachten und bis zu 2000 Prozent vergrößern. Sie erhalten so einen erweiterten Blick auf die Exponate, wie er im realen Museum kaum möglich ist.

Kontextuelle Vernetzung. Im virtuellen Raum verliert das Objekt seine Originalität und Einzigartigkeit. Ein digitales Objekt zeichnet sich durch eine Fülle an Verknüpfungen mit anderen digitalen Dokumenten, Bildern, Filmen, Animationen und Klängen aus. Es ist daher nicht ausreichend, Kunstschätze zu scannen und digitale Kopien zu erstellen. Es ist notwendig sie mit jeder Art von Metainformation zu verknüpfen: Das virtuelle Museum bietet seinem Publikum ein umfassendes Archiv von Bildern, Filmen, besonders animierten Objekten und Texten mit zusätzlichen inhaltlichen Informationen zum Vertiefen und Stöbern an.
Museen selbst erhalten so eine neue, doppelte Funktion: Zum einen sind sie Hüter der originalen Objekte, um sie zu sammeln und vor dem Zerfall zu bewahren. Zum anderen sind sie Bürgen für die Qualität der von ihnen bereitgestellten digitalen Informationen im Internet und fungieren damit als Informationsanbieter mit Anspruch auf Authentizität und Glaubwürdigkeit.

Frei zugängliches und nutzbares Wissen. Eine offene Datenbankstruktur mit freier XML-Schnittstelle ermöglicht es den InternetbesucherInnen die angebotenen Informationen individuell und interaktiv zu nutzen. Sie können die Exponate frei arrangieren, zu jedem Objekt ihre eignene Diskussionsforen eröffnen, über Ausstellungsbilder frei verfügen und jedes Objekt beliebig um eigene Informationen erweitern.
Das Museum wird so tatsächlich zum Kernpunkt von Wissensfindung und –vermittlung.

Virtuelle Museen in Gegenwart und Zukunft

“Wir verstehen das “Virtuelle Museum” als einen eigenständigen Museumsbau, der nicht unbedingt im direkten Bezug zu einem konkreten Museum stehen muss, sondern im Idealfall aus der thematischen Vernetzung mehrerer Institutionen entsteht”, so Andreas Rathmanner, Geschäftsführer von FOX medialab, “Es geht nicht um Repräsentation des Museums, sondern um eine digitale Informations- und Kommunikationsplattform, deren Fokus nicht allein auf dem Objekt, sondern auf Themen, Ideen und Beziehungen liegt”.

FOX medialab hat mit ihrem ersten Prototyp eine solche Entwicklung im musealen Bereich vorweg genommen, denn die Realität ist noch nicht so weit. Nach wie vor sind die Befürchtungen von Museumsbetreibern oft groß, die Eigenständigkeit ihrer Institutionen zu verlieren und zu gering die Offenheit, die unerschöpflichen Möglichkeiten, die das Medium Internet bietet, aktiv zu nutzen.

Während sich das Gros von Museumsbetreibern also noch auf diese Zukunft vorbereiten muss, baut FOX medialab bereits an einer Weiterentwicklung des Prototyps: Das Nachfolgeprojekt ist in Wien parallel im realen und virtuellen Raum entstanden: ein “Verhütungsmuseum”, das im Herbst 2004 eröffnet wurde.
Das Projekt baut konzeptionell und in seiner Struktur auf die erfolgreiche “Karlsruher Türkenbeute” auf, das Budget beträgt jedoch nur ein Zehntel des Prototypen.
Es kommen jene Elemente zum Einsatz, die aufgrund der Exponate relevant sind, zudem wurde an der Entwicklung neuer Features gearbeitet. Die wichtigste Neuerung ist ein Online Book Browser, der in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Innsbruck entwickelt wurde. Er ermöglicht es, Bücher auch bereits vergriffene, in den unterschiedlichsten Facetten online zu betrachten und zu durchsuchen. Jedes Buch ist sowohl in seiner Struktur als auch als Original-Bilddaten und als Textversion abrufbar. muvs.org

Weitere Informationen:

www.tuerkenbeute.de
ICOM icom.museum
AVICOM www.unesco.org